Speicher nachrüsten

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Speicher nachrüsten, ohne die Anlage neu zu bauen

Vier Wege – von einzelnen Modulen für den vorhandenen Speicherturm bis zum System ab 40 kWh. Welcher passt, entscheidet sich daran, was heute schon steht.

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Weg 1

Module ergänzen – der kleinste Eingriff

Steht schon ein Speicherturm und ist er noch nicht voll bestückt, wächst die Kapazität mit einzelnen Modulen. Kein neuer Wechselrichter, kein neuer Zählerplatz. Zwei Punkte entscheiden: wie viele Module der Turm noch aufnimmt und wie alt der Bestand ist.

Hersteller · Baureihe kWh je Modul Module je Turm kWh je Turm Türme parallel Nachrüsten
Pylontech FORCE-H2 3,55 2–5 7,1–17,8 bis 6 Gruppen über P-Combiner jederzeit; Bestand vorher voll laden
Pylontech FORCE-H3 5,12 2–5 10,2–25,6 über Combiner, je Gruppe eigenes BMS jederzeit; Bestand vorher voll laden
BYD Battery-Box HVM+ 2,76 3–8 8,3–22,1 bis 3 Türme über BCU und Combiner Box nur HVM+-Module; System-SOC 25–35 %
BYD Battery-Box HVS+ 2,56 2–5 5,1–12,8 bis 3 Türme über BCU und Combiner Box nur HVS+-Module; System-SOC 25–35 %
BYD B-BOX Premium LVS (48 V) 4,0 1–6 4,0–24,0 bis 16 Türme bei 1–4 Modulen je Turm in 4-kWh-Schritten; Modulzahl neu setzen
SolaX T-BAT H 5.8 5,8 (5,1 nutzbar) Master plus max. 3 Slaves 5,8–23,0 2 Stränge über BMS-Parallel Box-II G2 möglichst im ersten Jahr; SOC-Differenz max. 5 %
Sungrow SBH (Modul V11) 5,0 2–8 10,0–40,0 2 Türme an SH15T bis SH25T Ladestand vorher über iSolarCloud angleichen
Heckert Solar Symphon-E 2,2 4–10 8,8–22,0 bis 3 Türme über Parallel- und Extension-Box ohne Frist; SoC rund 30 %, Erweiterung im Monitoring starten
Fronius Reserva 3,15 2–5 6,3–15,8 bis 4 Türme, jeder gleich bestückt in den ersten 2 Jahren und unter 300 Zyklen
SofarSolar BTS E5-DS5 5,12 (4,75 nutzbar) 1–4 je BDU 5,1–20,5 2 BDUs, bis 40 kWh am HYD 10–20KTL-3PH stufenweise jederzeit; Erweiterungssatz nötig
Q CELLS Q.SAVE BAT-G3 3,07 2–4 6,1–12,3 2 Stränge über BMS-G3 Parallel Box Bedingungen auf Anfrage

Angaben aus den Datenblättern der Hersteller, Stand 08/2026. Alle Türme eines Systems werden gleich bestückt; für die Parallelschaltung ist je Hersteller ein eigenes Bauteil nötig.

Worauf es beim Nachrüsten ankommt

Gleiche Baureihe, gleiche Generation
HVS+ passt nicht zu HVS, HVM+ nicht zu HVM, Sungrow V11 nicht zu V12, SolaX T30 nicht zu T58. Vor dem Kauf das Typenschild des Bestandsmoduls fotografieren – daran hängt die Auswahl.
Ladestand vor dem Einbau angleichen
Das Fenster unterscheidet sich je Hersteller: BYD Hochvolt 25–35 %, Fronius und Heckert rund 30 %, SolaX rund 40 %, Sungrow über die App-Funktion. Pylontech verlangt das Gegenteil – dort wird der Bestand vorher voll geladen.
Zeitfenster beachten
Fronius nennt zwei Jahre und weniger als 300 Zyklen, SolaX empfiehlt das erste Jahr. Heckert, Pylontech, SofarSolar und Sungrow nennen keine Frist. Später bleibt die Erweiterung technisch möglich, das neue Modul folgt dann dem Zustand des Bestands.
Firmware gemeinsam aktualisieren
Wechselrichter, BMS und Module werden zusammen aktualisiert, danach wird die Modulzahl neu konfiguriert und die Inbetriebnahme wiederholt. Ohne diesen Schritt melden die Geräte Spannungsfehler.
Der Neuzugang folgt dem Bestand
In Serie geschaltete Module arbeiten auf dem Niveau des schwächsten Moduls. Wer früh erweitert, holt mehr aus dem neuen Modul heraus. Die Kapazitätsgarantie des neuen Moduls startet separat.
Parallelschaltung braucht Hardware
Je Hersteller ein eigenes Bauteil: BYD Combiner Box, SolaX BMS-Parallel Box-II G2, Q.SAVE BMS-G3 Parallel Box, Pylontech P-Combiner-HV-3 oder HV-6, SofarSolar BTS 5K-Erweiterungssatz, Heckert Parallel- und Extension-Box, bei Sungrow das Y-Steckerset. Diese Teile gehören in die Bestellung – fragen Sie sie mit an.
Hochvolt

Pylontech FORCE-H2 FH9637M

3,5 kWh · 96 V · Einzelmodul

ab 808 €Zum Modul
Hochvolt

BYD Battery-Box HVM+

2,76 kWh · Einzelmodul zum Nachrüsten

ab 814 €Zum Modul
Hochvolt

SolaX T-BAT H 5.8 Slave Pack

5,8 kWh · für vorhandenen Master

ab 1.499 €Zum Modul
Niedervolt

BYD B-BOX Premium LVS 4.0

4 kWh · 48 V · Einzelmodul

ab 1.049 €Zum Modul
Alle Batteriemodule BMS und Hubs
Weg 2

Batteriewechselrichter dazu – die PV-Anlage bleibt unberührt

Der vorhandene PV-Wechselrichter arbeitet weiter. Daneben kommt ein Batteriewechselrichter mit passendem Speicher, angeschlossen auf der Wechselstromseite. Das ist der Weg für ausgeförderte Anlagen nach 20 Jahren EEG: Der Strom wandert vom Tag in die Nacht, statt für wenige Cent ins Netz zu gehen. Empfehlung ist der Victron MultiPlus-II – ersatzstromfähig, dreiphasig erweiterbar und unabhängig vom Fabrikat der Bestandsanlage.

Ein Batteriewechselrichter allein speichert nichts. Zum Aufbau gehören immer Speichermodule, ein GX-Gerät für die Regelung und die Verkabelung. Die drei Größenordnungen darunter sind vollständig gerechnet, ohne Montage.

Klein · einphasig

MultiPlus-II 48/3000 mit 3,5 kWh

2,4 kW Dauerleistung, ein Speichermodul US3000C, Cerbo GX MK2 und Kabel. Der Einstieg für Wohnhaus und kleine Hofstelle.

Set rund 1.400 € · Gerät allein ab 477 €

Mittel · einphasig

MultiPlus-II 48/5000 mit 10,5 kWh

4 kW Dauerleistung, drei Module US3000C, Cerbo GX MK2 und Kabel. Deckt Kühlung, Lüftung und Werkstatt auch abends ab.

Set rund 2.800 € · Gerät allein ab 645 €

Groß · dreiphasig

Drei MultiPlus-II 48/5000 mit 14 kWh

Dreiphasig im Verbund, 12 kW, vier Speichermodule über den LV-Hub, Cerbo GX MK2 und Kabel. Ersatzstrom für den ganzen Betrieb.

Set rund 5.200 € · drei Geräte ab 1.935 €

Was dazugehört

Regelung und Messung

Das Cerbo GX MK2 regelt Laden und Entladen und zeigt alles im Portal, der Energiezähler misst am Hausanschluss und begrenzt die Einspeisung.

Cerbo GX MK2 202 € · Zähler VM-3P75CT 139 €

Batteriewechselrichter

Victron MultiPlus-II 48 V

3000 bis 15000 VA · 230 V · ersatzstromfähig

ab 477 €Größen ansehen
Mit Steuergerät

MultiPlus-II GX 48 V

3000 bis 5000 VA · GX-Steuergerät eingebaut

ab 543 €Zum Gerät
Speicher 48 V

Pylontech US3000C

3,5 kWh · 48 V · stapelbar

ab 627 €Zum Speicher
Überwachung

Victron Cerbo GX MK2

Systemsteuerung und Fernzugriff

202 €Zum Gerät
Auslegung anfragen Victron in 5 Minuten konfigurieren
Weg 3

Alten PV-Wechselrichter gegen Hybrid tauschen

Nach 15 bis 20 Jahren ist der Wechselrichter das Bauteil, das zuerst aufgibt. Steht der Austausch bevor, lohnt statt eines reinen PV-Geräts ein Hybridwechselrichter: ein Gerät für Solarstrom und Speicher, ein Zählerplatz, eine Überwachung. Wer einen dynamischen Stromtarif nutzt, lädt damit zur günstigen Stunde und deckt die teuren Stunden aus dem Speicher.

Auch hier gilt: das Gerät allein reicht nicht, der Speicher gehört dazu. Ein einphasiges Set mit 7 kWh liegt bei rund 2.000 €, dreiphasig mit 14 kWh bei rund 4.100 € – ohne Montage.

Einphasig bis 8 kW

Für Wohnhaus und kleine Hofstelle. Niedervolt-Speicher, einfache Installation.

Gerät ab 767 € · Set mit 7 kWh rund 2.000 €

Dreiphasig 8 bis 20 kW

Der Standardfall im Betrieb: dreiphasige Einspeisung, Ersatzstrom, Speicher wächst mit.

Gerät ab 1.589 € · Set mit 14 kWh rund 4.100 €

Dreiphasig ab 20 kW

Große Dachflächen, mehrere Strings, hohe Ladeleistung für Speicher ab 30 kWh.

Gerät ab 2.200 €

Was zu prüfen ist

Modulstrings müssen zum neuen Gerät passen, die Anlage wird neu angemeldet, und die Vergütung der Altanlage ändert sich mit dem Umbau.

1-phasig

Solis S6-EH1P L-PLUS

3,0 bis 8,0 kW · Niedervolt

ab 767 €Größen ansehen
1-phasig

SolaX X1-Hybrid G4

3,0 bis 7,5 kW · für T-BAT H 5.8

ab 917 €Zum Gerät
3-phasig

Solis S6-EH3P 12–20 kW

Hochvolt · vier MPP-Tracker

ab 1.617 €Zum Gerät
3-phasig

SolaX X3-ULTRA 15–30 kW

Zwei Batterieports · bis 8 Module

ab 2.297 €Zum Gerät
Alle Hybridwechselrichter Tausch prüfen lassen
Weg 4

Ab 40 kWh – wenn der Verbrauch die Anlage bestimmt

Oberhalb von rund 40 kWh wird aus dem Nachrüsten ein Projekt: mehrere Türme parallel, dreiphasige Leistung, Abstimmung mit dem Netzbetreiber, oft ein eigener Technikraum oder Schrank. Dafür kommen zwei Erlösquellen zusammen – hoher Eigenverbrauch und gekappte Lastspitzen, auf Wunsch ergänzt um den Handel nach Börsenstrompreis.

Bis 40 kWh in einem System

Sungrow SBH mit acht Modulen je Turm, zwei Türme parallel. Ein Wechselrichter, eine Überwachung.

Speicher ab 3.441 €

Bis 66 kWh über drei Türme

BYD HVM+ oder Heckert Symphon-E, drei gleich bestückte Türme über Combiner beziehungsweise Parallel-Box.

Über 100 kWh

Pylontech FORCE-H2 mit bis zu sechs Gruppen, rund 106 kWh. Alternativ Victron im dreiphasigen Verbund mit mehreren Batterieblöcken.

Was dazugehört

Hausanschluss prüfen und gegebenenfalls verstärken, Anmeldung beim Netzbetreiber, Brandschutz bei Großspeichern, Aufstellort trocken und temperiert.

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Für wen sich was rechnet

Die Technik ist dieselbe, das Verbrauchsmuster entscheidet. Daran hängt, welcher Weg zuerst infrage kommt.

Privathaus

Abends und nachts verbrauchen

Der Verbrauch liegt morgens und abends, die Sonne liefert mittags. Ein Speicher von 7 bis 14 kWh hebt den Eigenverbrauch von rund 30 auf 60 bis 80 Prozent. Meist reicht Weg 1 oder ein einphasiges Set aus Weg 2.

Gewerbe

Lastspitzen kosten mehr als Strom

Werkstatt, Kühlung, Druckluft und Ladepunkte erzeugen Spitzen, die über die Netzentgelte teuer werden. Dreiphasige Systeme ab 20 kWh kappen diese Spitzen und sichern die Technik bei Netzausfall ab. Meist Weg 3 oder Weg 4.

Landwirtschaft

Verbrauch rund um die Uhr

Melken, Kühlen, Lüften und Trocknen laufen durchgehend, die Dachflächen sind groß, und viele Anlagen fallen jetzt aus der EEG-Vergütung. Damit rechnet sich das Nachrüsten hier am schnellsten.

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Preise und Angaben

Die Set-Preise sind gerundet und ohne Umsatzsteuer nach §12 Abs. 3 UStG gerechnet, Stand 08/2026, jeweils ohne Montage. Verbindlich ist der Preis auf der Produktseite. Die Kapazitäts- und Stapelangaben stammen aus den Datenblättern der Hersteller. Welche Module und Wechselrichter miteinander freigegeben sind, steht in der jeweiligen Kompatibilitätsliste – das prüfen wir vor dem Angebot.

Welcher Weg passt zu Ihrer Anlage?

Ein Foto vom Zählerschrank, das Typenschild des Wechselrichters und der Jahresverbrauch genügen für eine belastbare Auslegung.

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