Speicher nachrüsten
Speicher nachrüsten, ohne die Anlage neu zu bauen
Vier Wege – von einzelnen Modulen für den vorhandenen Speicherturm bis zum System ab 40 kWh. Welcher passt, entscheidet sich daran, was heute schon steht.
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Der Aufwand steigt von oben nach unten. Der erste Weg braucht nur ein Modul, der letzte eine Planung mit dem Netzbetreiber. Die Preise sind gerundet, ohne Umsatzsteuer und ohne Montage.
Speicherturm steht – Module ergänzen
Ein Speicher ist vorhanden und noch nicht voll bestückt. Zusätzliche Module gehen in denselben Turm.
ab 747 € je Modul Weg 2PV-Anlage ohne Speicher – Victron dazu
Der bestehende PV-Wechselrichter bleibt. Dazu kommen ein Batteriewechselrichter, ein Speicher, das GX-Gerät und die Verkabelung.
Set ab rund 1.400 € Weg 3Wechselrichter ist alt – gegen Hybrid tauschen
Steht der Austausch ohnehin an, übernimmt ein Hybridgerät PV und Speicher in einem.
Set ab rund 2.000 € Weg 4Ab 40 kWh – die große Lösung
Hoher Verbrauch, Lastspitzen, Ersatzstrom für den ganzen Betrieb. Mehrere Türme, dreiphasig, abgestimmt mit dem Netzbetreiber.
auf AnfrageModule ergänzen – der kleinste Eingriff
Steht schon ein Speicherturm und ist er noch nicht voll bestückt, wächst die Kapazität mit einzelnen Modulen. Kein neuer Wechselrichter, kein neuer Zählerplatz. Zwei Punkte entscheiden: wie viele Module der Turm noch aufnimmt und wie alt der Bestand ist.
| Hersteller · Baureihe | kWh je Modul | Module je Turm | kWh je Turm | Türme parallel | Nachrüsten |
|---|---|---|---|---|---|
| Pylontech FORCE-H2 | 3,55 | 2–5 | 7,1–17,8 | bis 6 Gruppen über P-Combiner | jederzeit; Bestand vorher voll laden |
| Pylontech FORCE-H3 | 5,12 | 2–5 | 10,2–25,6 | über Combiner, je Gruppe eigenes BMS | jederzeit; Bestand vorher voll laden |
| BYD Battery-Box HVM+ | 2,76 | 3–8 | 8,3–22,1 | bis 3 Türme über BCU und Combiner Box | nur HVM+-Module; System-SOC 25–35 % |
| BYD Battery-Box HVS+ | 2,56 | 2–5 | 5,1–12,8 | bis 3 Türme über BCU und Combiner Box | nur HVS+-Module; System-SOC 25–35 % |
| BYD B-BOX Premium LVS (48 V) | 4,0 | 1–6 | 4,0–24,0 | bis 16 Türme bei 1–4 Modulen je Turm | in 4-kWh-Schritten; Modulzahl neu setzen |
| SolaX T-BAT H 5.8 | 5,8 (5,1 nutzbar) | Master plus max. 3 Slaves | 5,8–23,0 | 2 Stränge über BMS-Parallel Box-II G2 | möglichst im ersten Jahr; SOC-Differenz max. 5 % |
| Sungrow SBH (Modul V11) | 5,0 | 2–8 | 10,0–40,0 | 2 Türme an SH15T bis SH25T | Ladestand vorher über iSolarCloud angleichen |
| Heckert Solar Symphon-E | 2,2 | 4–10 | 8,8–22,0 | bis 3 Türme über Parallel- und Extension-Box | ohne Frist; SoC rund 30 %, Erweiterung im Monitoring starten |
| Fronius Reserva | 3,15 | 2–5 | 6,3–15,8 | bis 4 Türme, jeder gleich bestückt | in den ersten 2 Jahren und unter 300 Zyklen |
| SofarSolar BTS E5-DS5 | 5,12 (4,75 nutzbar) | 1–4 je BDU | 5,1–20,5 | 2 BDUs, bis 40 kWh am HYD 10–20KTL-3PH | stufenweise jederzeit; Erweiterungssatz nötig |
| Q CELLS Q.SAVE BAT-G3 | 3,07 | 2–4 | 6,1–12,3 | 2 Stränge über BMS-G3 Parallel Box | Bedingungen auf Anfrage |
Angaben aus den Datenblättern der Hersteller, Stand 08/2026. Alle Türme eines Systems werden gleich bestückt; für die Parallelschaltung ist je Hersteller ein eigenes Bauteil nötig.
Worauf es beim Nachrüsten ankommt
Gleiche Baureihe, gleiche Generation
Ladestand vor dem Einbau angleichen
Zeitfenster beachten
Firmware gemeinsam aktualisieren
Der Neuzugang folgt dem Bestand
Parallelschaltung braucht Hardware
Batteriewechselrichter dazu – die PV-Anlage bleibt unberührt
Der vorhandene PV-Wechselrichter arbeitet weiter. Daneben kommt ein Batteriewechselrichter mit passendem Speicher, angeschlossen auf der Wechselstromseite. Das ist der Weg für ausgeförderte Anlagen nach 20 Jahren EEG: Der Strom wandert vom Tag in die Nacht, statt für wenige Cent ins Netz zu gehen. Empfehlung ist der Victron MultiPlus-II – ersatzstromfähig, dreiphasig erweiterbar und unabhängig vom Fabrikat der Bestandsanlage.
Ein Batteriewechselrichter allein speichert nichts. Zum Aufbau gehören immer Speichermodule, ein GX-Gerät für die Regelung und die Verkabelung. Die drei Größenordnungen darunter sind vollständig gerechnet, ohne Montage.
MultiPlus-II 48/3000 mit 3,5 kWh
2,4 kW Dauerleistung, ein Speichermodul US3000C, Cerbo GX MK2 und Kabel. Der Einstieg für Wohnhaus und kleine Hofstelle.
Set rund 1.400 € · Gerät allein ab 477 €
MultiPlus-II 48/5000 mit 10,5 kWh
4 kW Dauerleistung, drei Module US3000C, Cerbo GX MK2 und Kabel. Deckt Kühlung, Lüftung und Werkstatt auch abends ab.
Set rund 2.800 € · Gerät allein ab 645 €
Drei MultiPlus-II 48/5000 mit 14 kWh
Dreiphasig im Verbund, 12 kW, vier Speichermodule über den LV-Hub, Cerbo GX MK2 und Kabel. Ersatzstrom für den ganzen Betrieb.
Set rund 5.200 € · drei Geräte ab 1.935 €
Regelung und Messung
Das Cerbo GX MK2 regelt Laden und Entladen und zeigt alles im Portal, der Energiezähler misst am Hausanschluss und begrenzt die Einspeisung.
Cerbo GX MK2 202 € · Zähler VM-3P75CT 139 €
Victron MultiPlus-II 48 V
3000 bis 15000 VA · 230 V · ersatzstromfähig
ab 477 €Größen ansehenAlten PV-Wechselrichter gegen Hybrid tauschen
Nach 15 bis 20 Jahren ist der Wechselrichter das Bauteil, das zuerst aufgibt. Steht der Austausch bevor, lohnt statt eines reinen PV-Geräts ein Hybridwechselrichter: ein Gerät für Solarstrom und Speicher, ein Zählerplatz, eine Überwachung. Wer einen dynamischen Stromtarif nutzt, lädt damit zur günstigen Stunde und deckt die teuren Stunden aus dem Speicher.
Auch hier gilt: das Gerät allein reicht nicht, der Speicher gehört dazu. Ein einphasiges Set mit 7 kWh liegt bei rund 2.000 €, dreiphasig mit 14 kWh bei rund 4.100 € – ohne Montage.
Einphasig bis 8 kW
Für Wohnhaus und kleine Hofstelle. Niedervolt-Speicher, einfache Installation.
Gerät ab 767 € · Set mit 7 kWh rund 2.000 €
Dreiphasig 8 bis 20 kW
Der Standardfall im Betrieb: dreiphasige Einspeisung, Ersatzstrom, Speicher wächst mit.
Gerät ab 1.589 € · Set mit 14 kWh rund 4.100 €
Dreiphasig ab 20 kW
Große Dachflächen, mehrere Strings, hohe Ladeleistung für Speicher ab 30 kWh.
Gerät ab 2.200 €
Was zu prüfen ist
Modulstrings müssen zum neuen Gerät passen, die Anlage wird neu angemeldet, und die Vergütung der Altanlage ändert sich mit dem Umbau.
Ab 40 kWh – wenn der Verbrauch die Anlage bestimmt
Oberhalb von rund 40 kWh wird aus dem Nachrüsten ein Projekt: mehrere Türme parallel, dreiphasige Leistung, Abstimmung mit dem Netzbetreiber, oft ein eigener Technikraum oder Schrank. Dafür kommen zwei Erlösquellen zusammen – hoher Eigenverbrauch und gekappte Lastspitzen, auf Wunsch ergänzt um den Handel nach Börsenstrompreis.
Bis 40 kWh in einem System
Sungrow SBH mit acht Modulen je Turm, zwei Türme parallel. Ein Wechselrichter, eine Überwachung.
Speicher ab 3.441 €
Bis 66 kWh über drei Türme
BYD HVM+ oder Heckert Symphon-E, drei gleich bestückte Türme über Combiner beziehungsweise Parallel-Box.
Über 100 kWh
Pylontech FORCE-H2 mit bis zu sechs Gruppen, rund 106 kWh. Alternativ Victron im dreiphasigen Verbund mit mehreren Batterieblöcken.
Was dazugehört
Hausanschluss prüfen und gegebenenfalls verstärken, Anmeldung beim Netzbetreiber, Brandschutz bei Großspeichern, Aufstellort trocken und temperiert.
Für wen sich was rechnet
Die Technik ist dieselbe, das Verbrauchsmuster entscheidet. Daran hängt, welcher Weg zuerst infrage kommt.
Abends und nachts verbrauchen
Der Verbrauch liegt morgens und abends, die Sonne liefert mittags. Ein Speicher von 7 bis 14 kWh hebt den Eigenverbrauch von rund 30 auf 60 bis 80 Prozent. Meist reicht Weg 1 oder ein einphasiges Set aus Weg 2.
Lastspitzen kosten mehr als Strom
Werkstatt, Kühlung, Druckluft und Ladepunkte erzeugen Spitzen, die über die Netzentgelte teuer werden. Dreiphasige Systeme ab 20 kWh kappen diese Spitzen und sichern die Technik bei Netzausfall ab. Meist Weg 3 oder Weg 4.
Verbrauch rund um die Uhr
Melken, Kühlen, Lüften und Trocknen laufen durchgehend, die Dachflächen sind groß, und viele Anlagen fallen jetzt aus der EEG-Vergütung. Damit rechnet sich das Nachrüsten hier am schnellsten.
Preise und Angaben
Die Set-Preise sind gerundet und ohne Umsatzsteuer nach §12 Abs. 3 UStG gerechnet, Stand 08/2026, jeweils ohne Montage. Verbindlich ist der Preis auf der Produktseite. Die Kapazitäts- und Stapelangaben stammen aus den Datenblättern der Hersteller. Welche Module und Wechselrichter miteinander freigegeben sind, steht in der jeweiligen Kompatibilitätsliste – das prüfen wir vor dem Angebot.
Welcher Weg passt zu Ihrer Anlage?
Ein Foto vom Zählerschrank, das Typenschild des Wechselrichters und der Jahresverbrauch genügen für eine belastbare Auslegung.
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